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Weiterbildung zum Allgemeinmediziner

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Während man sich in Deutschland bis in die 1990er Jahre allein mit einem abgeschlossenen Medizinstudium als Hausarzt niederlassen konnte, muss man heute zunächst eine Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin absolvieren. Wer sich nach dem Studium für eine Karriere als Hausarzt interessiert, kann als Weiterbildungsassistent nicht nur in einer Klinik, sondern auch in einer Hausarztpraxis anfangen.

Förderung in der Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin

Voraussetzung ist dabei allerdings, dass der zuständige Arzt eine Weiterbildungsermächtigung hat. Als Weiterbildungsassistent oder Assistenzarzt sammelt man sowohl theoretische als auch praktische Erfahrungen in der Allgemeinmedizin. Mittlerweile herrscht in der hausärztlichen Versorgung in Deutschland jedoch immer öfter Leerlauf. Um die Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin attraktiver zu gestalten wird diese daher von den Kassenärztlichen Vereinigungen und den Krankenkassen gefördert: Um Weiterbildungsassistenten anstellen und weiterbilden zu können, können Hausärzte eine Förderung von monatlich 4.800 Euro beantragen. So können sie ihren Assistenzärzten eine vergleichbare Vergütung wie im Krankenhaus zahlen.

Wer seine Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin in einer unterversorgten oder von Unterversorgung bedrohten Region absolviert, bekommt zudem einen Zuschlag von 500 Euro. Sollte dieser Betrag trotzdem noch unterhalb der in der jeweiligen Region üblichen Vergütung liegen, soll laut Regina Feldmann, stellvertretende Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, aufgestockt werden. Will man sich als Facharzt für Allgemeinmedizin weiterbilden, muss man mit einem Weiterbildungszeitraum von etwa fünf Jahren rechnen. In den meisten Fällen können Praxen ihre Weiterbildungsassistenten allerdings nur für einen Teil dieser Zeit beschäftigen und ausbilden. Dies ist jeweils abhängig von der Weiterbildungsermächtigung des zuständigen Arztes.

Weiterbildung Allgemeinmedizin
Weiterbildung in der Allgemeinmedizin - CC0, pixabay.com

Zahl der geförderten Weiterbildungsassistenten steigt

Im Jahr 2014 wurden so laut Evaluationsbericht 4.902 Ärzte in der Weiterbildung zum Allgemeinmediziner gefördert, 2010 waren es lediglich 3.258. In Rheinland-Pfalz hat sich dich Zahl der Ärzte, die im Jahr 2015 eine allgemeinmedizinische Weiterbildung abschlossen, gar verdoppelt. Landesärztekammer-Präsident Professor Dr. Frieder Hessenauer ist froh, dass die Arbeit der Ärztekammer Früchte trägt:

"Sieht man diese statistische Entwicklung in der Allgemeinmedizin, dann könnte es ein Indiz dafür sein, dass unsere Bemühungen um eine Stärkung der Allgemeinmedizin ankommen."

Hat man die Weiterbildung schließlich erfolgreich absolviert und sowohl Approbation als auch Facharzttitel erworben kann man ohne Fristen oder Wartezeiten sofort loslegen. Eine abgeschlossene Ausbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin besagt, dass man die praktischen und theoretischen Erfahrungen erlangt hat, um seine Patienten kompetent betreuen zu können.

Nicht jeder ist zum Allgemeinmediziner geeignet

Auf dem Operation Karriere Kongress im Dezember 2015 bezeichnete Dr. Enver Atli, leitender Oberarzt der Klinik für Gastroenterologie vom Katholischen Hospitalverbund Hellweg gGmbH in Unna, den Allgemeinmediziner ob der großen Bandbreite seiner Tätigkeit als "eierlegende Wollmilchsau". Um aus seiner Facharztausbildung zum Allgemeinmediziner das Beste herauszuholen, sollte man laut Atli sowohl Wert darauf legen, täglich von einem Oberarzt supervidiert zu werden als auch, dass es zu jeden Abschnitt der Ausbildung ein verbrieftes Curriculum gibt. Als Kernkompetenz eines jeden Allgemeinmediziners sieht Atli die Empathiefähigkeit. Man müsse die Menschen verstehen, um auf ihre Probleme eingehen zu können. Kann man die Denk- und Handlungsweise seiner Patienten nicht verstehen, sollte man sich die Ausbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin lieber noch einmal überlegen. Zudem sollte man vorher wissen, dass sich Allgemeinmediziner in der Welt der Ärzte eher am Ende der Einkommensskala bewegen. Sorgen um seine Zukunft muss man sich als Allgemeinmediziner allerdings laut Dr. Atli nicht machen:

"Sie brauchen keine Karriere-Planung. Als Allgemeinmediziner werden sie Karriere machen."

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