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Berufseinstieg in die Allgemeinmedizin

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Das Studium gepackt und auch die Suche einer guten Stelle als Weiterbildungsassistent gemeistert - jetzt heißt es nur noch erfolgreich in die Weiterbildung und damit auch in den Job starten. Das ist allerdings oft leichter gesagt als getan.

Weiterbildungsassistenten fühlen sich schlecht vorbereitet

Eigentlich sollten junge Ärzte nach Ende der Ausbildung in der Lage sein, selbstständig ärztlich tätig zu werden. So sollen natürlich auf der einen Seite einschlägige Kenntnisse in verschiedenen medizinischen Bereichen vorhanden sein, um überhaupt ihren Aufgaben als Ärzte nachkommen zu können. Auf der anderen Seite sollten die Absolventen aber auch in der Lage sein, sich emotional der Patientenversorgung anzunehmen. Vielen fällt dies jedoch beim Übergang zwischen Studium und Beruf schwer. Das Mehr an Verantwortung scheint bei Berufsanfängern jedoch vermehrt zu einem Auftreten von psychischen Störungen führen. Im Rahmen einer Erhebung der Universität Erlangen-Nürnberg gaben laut Ärzteblatt 35,3 Prozent der Befragten an, nach dem praktischen Jahr (PJ) durch das Medizinstudium gut auf die ärztliche Tätigkeit vorbereitet zu sein. Demgegenüber gaben 64,7 Prozent an, dass sie sich nach dem PJ nicht gut ausgebildet fühlten. Befragt wurden dabei junge Ärzte, die zum Zeitpunkt der Erhebung höchstens zwei Jahre in der Krankenversorgung tätig waren.

Negativer Stress für Berufseinsteiger

Die FAZ berichtet von einer Studie der Arbeitsmediziner Jan Bauer und David Groneberg. Diese fanden heraus, dass mehr als die Hälfte der im Krankenhaus tätigen Ärzte unter gesundheitsschädlichem negativem Stress leidet. Bemerkbar kann sich dieser durch Nervosität, Albträume, Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit machen. Dies trifft dabei vor bei Ärzten auf, die als Weiterbildungsassistent oder Assistenzarzt beschäftigt sind, sich also am Anfang ihrer Karriere befinden. Je höher man auf der Karriereleiter klettert, desto weniger scheint man von negativem Stress betroffen zu sein. So waren etwa 46 Prozent der Oberärzte und nur 25 Prozent der Chefärzte von Distress betroffen. Insgesamt lagen Voraussetzungen für einen auf Dauer negativen Stress bei etwa 55 Prozent der männlichen und bei 60 Prozent der weiblichen Befragten vor. Negativer Stress liegt dabei laut Autor Jan Bauer vor, wenn entweder

"die Arbeitsanforderungen größer sind als die eigenen Handlungsspielräume“

oder wenn die empfangene Belohnung nicht dem wahrgenommenen Arbeitseinsatz entspricht. Die Autoren der Studie sehen den hohen Anteil an gesundheitsschädlichem Stress mit Sorge, da dieser

"früher oder später das bestehende Versorgungsproblem durch Abwanderung ins Ausland oder andere (weniger belastende) Tätigkeitsfelder verschärfen wird.“

Bauer und Groneberg plädieren daher dafür, dass vor allem der Berufseinstieg, wo der größte Stresspegel vorliegt, verbessert werden müsse.

Positive Aspekte des Berufs überwiegen

Trotz eines hohen Levels an Stress überwiegen für viele junge Mediziner jedoch die positiven Aspekte. In einer Studie des Institutes für freie Berufe gab die die Hälfte der befragten Mediziner an, dass sie zufrieden bis sehr zufrieden mit dem eigenen Berufsstart sind. Gleichzeitig gaben aber auch nur 3,7 Prozent der befragten Ärzte an, eine gute Work-Life-Balance zu haben. Demgegenüber stehen 33,7 % der Befragten mit einer „eher schlechten“ und weitere 16,3 % mit einer „schlechten“ Balance zwischen Beruf und Freizeit. Dazu muss allerdings auch gesagt werden, dass es zum Teil große Unterschiede bei der Arbeitsbelastung der Jungärzte gibt. Operative Fächer bringen eine generell höhere Arbeitsbelastung mit sich. Allerdings entscheidet nicht allein die Fachrichtung über die Arbeitszeit. Häufig spielt auch die Lage des Arbeitsorte oder die personelle Besetzung eine Rolle. Daher lohnt es sich genau hinzuschauen, wo man sich bewirbt. Aus diesem Grund ist es bei der Bewerbung für eine Stelle als Weiterbildungsassistent von Vorteil, seine Bewerbung möglichst vielen Stellen zugänglich zu machen und mehrere Einstellungsgespräche zu führen. So bekommt man nicht nur Routine für Auswahlgespräche, sodass man weniger aufgeregt ist, sondern kann auch die Unterschiede zwischen den verschiedenen Weiterbildungsstellen besser beurteilen.

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