Eine Situation, in der ich gemerkt habe, dass ich AllgemeinmedizinerIn werden will, war …
Während meiner klinischen Tätigkeit habe ich gemerkt, wie wichtig die ganzheitliche Betreuung von Patientinnen ist. Besonders prägend war der Kontakt zu multimorbiden Patientinnen, bei denen nicht nur die Diagnose, sondern auch Lebensumstände und Kontinuität der Betreuung entscheidend waren. Genau diese langfristige Arzt-Patient-Beziehung hat meinen Wunsch zur Allgemeinmedizin bestärkt.
Diese drei Eigenschaften finde ich für AllgemeinmedizinerInnen im Alltag besonders wichtig
Empathie, um Patient*innen in ihrer individuellen Situation zu verstehen.
Strukturierte Entscheidungsfähigkeit, um auch bei unklaren Symptomen sicher zu handeln.
Kommunikationsstärke, um verständlich aufzuklären und Vertrauen aufzubauen.
Ich würde mir von meiner zukünftigen Wunschpraxis folgende Benefits wünschen...
Ich wünsche mir eine wertschätzende Teamkultur, flexible Arbeitszeiten zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie strukturierte Weiterbildung mit Supervision. Zudem sind mir digitale Prozesse und eine patientenzentrierte, moderne Praxisorganisation wichtig.
Im Umgang mit PatientInnen lege ich besonders viel Wert auf...
eine respektvolle, zugewandte Kommunikation auf Augenhöhe. Mir ist wichtig, medizinische Inhalte verständlich zu erklären, Ängste ernst zu nehmen und gemeinsam tragfähige Entscheidungen zu treffen.
Ich sollte das Stipendium erhalten, weil ...
ich mich langfristig für die Allgemeinmedizin entschieden habe und motiviert bin, Verantwortung in der hausärztlichen Versorgung zu übernehmen. Als Alleinerziehende stellt die Weiterbildung eine besondere Herausforderung dar – das Stipendium würde mir ermöglichen, mich voll auf meine fachliche Entwicklung und Patient*innenversorgung zu konzentrieren.
Wann wirst du fertig mit der Weiterbildung?
Ich habe bereits zwei Jahre meiner Weiterbildung in einer Hausarztpraxis absolviert und befinde mich aktuell im dritten Weiterbildungsjahr in der Klinik, das ich im September abschließen werde. Ab Oktober starte ich in das vierte Weiterbildungsjahr.
Den Abschluss meiner Weiterbildung zur Fachärztin für Allgemeinmedizin plane ich – je nach weiterer Rotation – in etwa 2–3 Jahren.
Siehst du dich zukünftig mit einer eigenen Praxis?
Langfristig kann ich mir eine eigene Praxis gut vorstellen, da ich eigenverantwortlich arbeiten und eine kontinuierliche Patientenbindung aufbauen möchte. Gleichzeitig ist mir eine gute Vereinbarkeit mit meiner familiären Situation wichtig, weshalb auch kooperative Modelle für mich attraktiv sind.
Und noch etwas zum Schmunzeln: Der/Die typische WeiterbildungsassistentIn...
…ist medizinisch engagiert, organisatorisch ein bisschen Improvisationstalent und funktioniert erstaunlich gut auch mit zu wenig Schlaf.
Zwischen „nur mal kurz schauen“, Papierkram und echten Notfällen bleibt man flexibel – und verliert idealerweise weder den Überblick noch den Humor (und den Kaffee sowieso nicht).