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Förderung für Allgemeinmediziner und Hausärzte in Hessen

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Auch ländlich geprägte Regionen in Hessen versuchen mit einer Förderung angehende Allgemeinmediziner von den Vorteilen der Hausarzttätigkeit zu überzeugen. Verschiedene Landkreise und private Akteure haben Programme ins Leben gerufen, um den Hausarztnachwuchs langfristig zu sichern. Im Gegensatz zu anderen Programmen sollen allerdings nicht nur finanzielle Anreize die Studierenden überzeugen. Durch Praxiserfahrung soll schon im Studium das Interesse an der Allgemeinmedizin auf dem Land geweckt und gestärkt werden.

Allgemeinmedizin kennenlernen durch die Landpartie 2.0

Dazu wurde im Jahr 2011 an der Goethe-Universität Frankfurt das Projekt "Landpartie Fulda" ins Leben gerufen. Studierende sollten in einem zweiwöchigen Blockpraktikum eine Hausarztpraxis im Landkreis Fulda kennenlernen und einen Einblick in den Beruf des Hausarztes bekommen. Im März 2016 wurde das Projekt über den Landkreis Fulda hinaus ausgweitet. Unter dem Namen Landpartie 2.0 wird das Programm nun von den Kreisen Fulda, Bergstraße sowie dem Hochtaunuskreis betreut und soll so für neuen Hausarztnachwuchs sorgen. Während sich das ursprüngliche Projekt an Studierende im 9. oder 10. Semester richtete und lediglich ein 10-tägiges Blockseminar vorsah, setzt die Landpartie 2.0 bereits weit früher an.

Seit dem Wintersemester 2016/17 können sich bis zu 15 interessierte Studierende bereits ab dem 5. Semester für das Programm anmelden. Der Inhalt besteht nun zunächst aus einem Seminar Allgemeinmedizin sowie Kleingruppenseminaren in den jeweiligen Regionen. Das Seminar Allgemeinmedizin findet dabei an drei Samstagen in ausgewählten Hausarztpraxen statt. Neben Kleingruppenunterricht sind auch Untersuchung, Anamnese, Diagnostik sowie Therapieempfehlung am Patienten Inhalte des Seminars. Die Kleingruppenseminare selbst werden von Lehrärzten durchgeführt. Nach einer allgemeinen Einführungsveranstaltung dienen sie zur Vor- und Nachbereitung der Praxisphase und enden schließlich mit dem Abschlussseminar. Die Praxisphasen des Programms verteilen sich nun auf 5 Semester, sodass ein ständiger Kontakt zwischen Praxen und Studierenden ensteht. Ziel ist dabei eine enge Verflechtung von Theorie und Praxis. Die Studierenden lernen in dieser Phase zwei Hausarztpraxen kennen und arbeiten dort mindestens eine Woche in Vollzeit. Die Praxisphase kann Individuell eingeteilt werden, sollte jedoch idealerweise in der vorlesungsfreien Zeit stattfinden. Zuätzlich kann bei Interesse eine Famulatur in einer der beteiligten Landarztpraxen absolviert werden. Einmal im Jahr findet zudem ein Tagesausflug mit allen Programmteilnehmern statt, der auch dem Kennenlernen weiterer regionaler Akteuere dienen soll. Teilnehmende Studierende erhalten neben den praktischen Vorteilen des Programmes auch Büchergutscheine sowie die Kostenübernahme für Kongressbesuche.

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Förderung für Allgemeinmediziner in Hessen by: Ansgar Koreng, via Wikimedia Commons - CC BY-SA 3.0 DE

Stipendium der GWO

Ein weiteres Förderprogramm des Landkreises Fulda ist das Stipendium für Studierende des Studiengangs Medizin der Gesundheitswirtschaft Osthessen e.V. (GWO). Bewerben können sich Studierende ab dem 5. Semester, welche sich dazu entschließen, nach Ende des Studiums bei einem Partner der GWO zu praktizieren. Dies sind derzeit das Klinikum Fulda, das Herz-Jesu-Krankenhaus Fulda, die HELIOS St. Elisabeth Klinik Hünfeld sowie das Gesundheitsamt des Landkreises Fulda. Bewerber werden anschließend zum Auswahlgespräch vor einem Gremium eingeladen. Die ausgewählten Studierenden erhalten ab dem Wintersemester bis zum Ende der Regelstudienzeit monatlich eine Förderung von 400 Euro.

Hausarztakademie zur Weiterbildung Allgemeinmedizin

Eine weitere Möglichkeit zur Förderung des Hausarztnachwuchses ist die Hausarztakademie. Diese wurde vom Landkreis Hersfeld-Rotenburg, dortigen Kliniken sowie den niedergelassenen Ärzten gegründet. Gefördert werden Studierende unter anderem durch die Kostenübernahme des Seminar- und Mentorenprogramms des Kompetenzzentrums Weiterbildung Allgemeinmedizin der Universität Marburg sowie die Vermittlung von Kooperationspartnern. Durch Kontakt zu einem erfahrenen Hausarzt können Medizinstudierende bereits während des Studiums die Weiterbildung zum Allgemeinmedziner planen und mögliche Hürden bestenfalls umgehen. Zusätzlich steht dieser Mentor auch nach Ende des Studiums und mit Beginn der Tätigkeit als Hausarzt weiterhin mit Rat und Tat zur Seite, um den jungen Ärzten bei Schwiergkeiten helfen zu können. Dazu zählen in der Anfangszeit vor allem der Umgang mit der Kassenärzlichen Vereinigung und den Krankenkassen sowie die betriebswirtschaftliche Führung einer Praxis.

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